Die Sonne kitzelt mich aus dem Schlaf. Ich übernachte in einer alten Pianofabrik in Luckenwalde und habe ein geräumiges Zimmer ganz für mich alleine. Hilde und Thomas, meine Gastgeber, sind vor einigen Jahren aus Ulm hergezogen, haben sich in den Fläming verliebt und das alte Fabrikgebäude gekauft. Heute bewirtschaften sie unter dem Namen klassMo ein Café-Restaurant, eine Eventlocation und eben die Ferienwohnungen. Da sie viel Wert auf barrierefreie Ferienunterkünfte gelegt haben, habe ich nun besonders viel Platz. Ich ziehe die Jalousien nach oben und kann auf den Hof blicken. Der Frühstückstisch wird bereits gedeckt. Es ist Zeit in den Tag zu starten.

Beim Frühstück verquatschen wir uns. Ich vergesse die Zeit und bin viel zu spät dran. Hastig eile ich in mein Zimmer, packe meine Sachen zusammen und spüle das schmutzige Geschirr ab. Am Abend zuvor habe ich mir frischen Spargel und Kartoffeln gekocht und ich wünsche mir, dass ich direkt abgewaschen hätte.

Lokale Aktionsgruppe RUND um die Flaeming-Skate e.V.

Etwas später treffe ich Bianca Moeller in der Innenstadt von Luckenwalde. Sie ist Regionalmanagerin der Lokalen Aktionsgruppe RUND um die Flaeming-Skate e.V.

Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) ist ein Verein, der sich für die Entwicklung des ländlichen Raumes engagiert. Der Verein wird zu etwa 80% aus Fördermitteln des ELER getragen. Die weiteren Mittel stammen aus den Kommunen.

Die LAG hat das Motto ländlichen Raum lebenswert zu gestalten und beschäftigt sich grob gesagt damit Entwicklungsprozesse zu steuern.

So ist die LAG zum Beispiel Anlaufstelle für Projektideen, berät zu Fördermöglichkeiten und begleitet Projekte. Sie bietet fachliche Unterstützung, Informationen, ein Netzwerk oder hilft bei der Vermarktung.

Seit 2007 wurden 207 Projekte bewilligt, in denen die LAG involviert war. Ein Betrag von 43 Millionen Euro wurde in die Region investiert, von denen immerhin 24 Millionen Euro durch Förderungen getragen wurden.

Zu den aktuellesten Beispielprojekten gehören ein behindertengerechter Badeeinstieg im Strandbad Kallinchen, der barrierefreie Umbau des Gemeindehauses Frankenfelde oder die Sanierung des Kirchtrums Dennewitz.

Als ich Bianca nach einem Leuchtturmprojekt frage, schweigt sie zunächst und sagt dann „Jedes Projekt ist einzigartig. Wir haben keine Leuchtturmprojekte, wir sind auf alle Projekte stolz.“

Danach beginnen wir über ECHT Fläming zu sprechen.

Der Weg zur Regionalmarke ECHT Fläming

ECHT Fläming war zunächst nur als Projekt gedacht um Wertschöpfungsketten innerhalb der Region zu schaffen. Die Zusammenarbeit von Landwirten, Lebensmittelproduzenten, Verarbeitern, Gastronomen und Händlern sollte dargestellt und gefördert werden.

Beispielsweise sollte aufgezeigt werden welche Getreidearten auf welchem Acker wachsen, von wem geerntet, wo gemahlen und wie weiterverarbeitet werden. Dabei sollten Synergien unter den eizelnen Nutzern der Regionalmarke entstehen.

Noch bevor das ganze Projekt in Schwung kam, unternahm die LAG 2011 eine Exkursion in die Eiffel. In der Eiffel exisitierte damals bereits die Regionalmarke Eiffel. Die Exkursion half dabei Ideen zu sammeln und gute Ratschläge zu erhalten. „Bereits auf der Rückfahrt waren die Teilnehmer der Exkursion wild am disktutieren wie eine Regionalmarke im Fläming entstehen könnte“, erzählt Bianca.

Das Netzwerk entstand und Wertschöpfungsketten sowie Qualitäts- und Erzeugungsrichtlinien wurden geschaffen. Als zweiten Schritt kümmerte sich die LAG mit den Nutzern der Regionalmarke um die Vermarktung der 200 Produkte. Zu den Produkten zählen u.a. Bio-Tees, Weine, Säfte, Öle, Teigwaren oder Honig. Heute können Produkte mit dem Gütesiegel ECHT Fläming in Tourismusbüros, Märkten und Festen in der Region und in kleinen Einkaufläden gekauft werden.

Ein weiterer Stand mit Produkten aus dem Fläming befindet sich in der Markthalle 9 in Berlin-Kreuzberg. Damit will die Regionalmarke bewusst die Region verlassen, um Werbung für den Fläming und seine Produkte außerhalb des Bundeslandes zu machen.

Zwischen 2012 und 2015 unterstützte der ELER die Etablierung des Vermarketungsnetzwerkes sowie die Entwicklung von Logo und Marketingmaßnahmen. Weitere Mittel erhielt die Regionalmarke aus Mitteln des Landes Brandenburg.

Durch das Gütesiegel wird der Verbraucher nun klar darüber informiert woher das Produkt kommt und das es sich um ein nachhaltig produziertes Lebensmittel handelt. Produkte mit dem Siegel ECHT Fläming sind nicht alle bio, aber sie sind aus artgerechter Tierhaltung, gentechnikfrei, ohne Konservierungsstoffe und aus traditionellem Handwerk. Aber wie schmeckt denn nun ECHT Fläming? Ich habe den Test gemacht und kochte einige der Produkte mit dem Gütesiegel.