Testimonialprojekt in Brandenburg an der Havel

Ein sicherer Hafen für Wasserwanderer

EU investiert in Brandenburg – Jeder profitiert

Mehr als drei Milliarden Euro können in der aktuellen Förderperiode (2007 bis 2013) aus den EU-Fonds EFRE, ELER und ESF in die Zukunft Brandenburgs fließen. Neben dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) ist der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) einer der wichtigsten drei EU-Strukturfonds, die in Brandenburg viel bewirken. Der EFRE trägt dazu bei, Brandenburg wettbewerbsfähiger zu machen. Die Fördermittel können – ergänzt um nationale öffentliche und private Eigenmittel – vor Ort für Projekte eingesetzt werden, die das Land voranbringen. Die Entscheidung, welche Projekte förderwürdig sind, wird direkt in Brandenburg getroffen.


Mitten in der weitläufigen Seenlandschaft, die die Stadt Brandenburg an der Havel umgibt, liegt die Marina "Schoners Wehr". Eine Marina ist eine "Servicestation für Wasserwanderer", eine Art Raststätte mit allem, was Bootsfahrende brauchen. Neben der Versorgung mit Trinkwasser, Treibstoff und Strom und einem Service für kleinere Reparaturen bietet sie auch Sanitäreinrichtungen; ein Lebensmittelgeschäft ist in Laufnähe erreichbar. Außerdem gibt es ein Restaurant und Gästeliegeplätze, um in aller Ruhe Halt zu machen und bei Bedarf über Nacht zu bleiben. Diese vielfältigen Angebote machen "Schoners Wehr" zur zentralen Anlaufstelle für Naturliebhaber, zu einem Ort, wo sich Menschen begegnen und austauschen.

Betrieben wird der Bootshafen vom Ehepaar Mischker, das seit jeher im Land verwurzelt ist: er geboren in Treuenbrietzen, sie in Brandenburg an der Havel. Gemeinsam beleben die Unternehmer mit ihrem Projekt nun die Region. Kleine und größere Boote können bei den Mischkers anlegen – und wer noch "Landratte" ist, kann bei ihnen zum Kapitän werden. Denn das mittelständische Unternehmen verfügt über 26 Hausboote und Yachten, die gemietet und zumeist ohne Bootsführerschein gefahren werden können. "Viele Leute sind immer noch überrascht, dass sie solche Boote nur mit Charterschein fahren dürfen", sagt Mario Mischker. "Diese Natur, und überall kann man ankern! Das muss noch viel bekannter werden."

Angefangen hat alles im Jahr 2004 mit dem Bau der ersten Anlegestellen – und dieser Anfang war schwer, wie sich Katrin Mischker erinnert. "Hier gab es keinen Wasseranschluss, keinen Stromanschluss. Alles musste von der Straße herunter gelegt werden. Solche Anschlüsse sind immer sehr teuer. Und das für zwanzig Stege!" Daran drohte das Projekt fast zu scheitern. "Wir haben gemerkt: das rechnet sich nicht", fährt Herr Mischker fort, "das können wir wirtschaftlich nicht stemmen. Da war uns das Risiko doch zu hoch." Nach einer Weile kam ihnen dann die zündende Idee: "Vielleicht gibt es irgendwo eine Förderung. Dann könnte es klappen, wenn es eine Anschubfinanzierung gäbe."

Und die gab es, in Form von Mitteln aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur. Gefördert wurden zunächst der Ausbau der Marina, die Errichtung der Bootstankstelle und die Anschaffung der ersten Holländischen Yachten. In der laufenden Förderperiode (2007 bis 2013) wurde dann als zweiter Schritt die Erweiterung des "Wasserfuhrparks" auf seine heutige Größe auch aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt.

Die Antragsprozesse haben dabei stets reibungslos geklappt. "Wir hatten über die Jahre eine gute Ansprechpartnerin bei der ILB. Die hat uns immer sehr geholfen. Darüber waren wir sehr froh, denn man konnte sich an sie wenden, wenn man mal eine Frage hatte", berichtet Katrin Mischker. Sie ist zufrieden darüber, wie alles gekommen ist – dabei hatte sie ursprünglich gar nicht vor, ihr Berufsleben den Booten zu widmen. "Eigentlich bin ich Lehrerin für Musik und Deutsch. Erst war das mit der Marina ein Hobby, dann schafft man das irgendwann nicht mehr nebenbei und muss richtig einsteigen. Und jetzt ist es unser Standbein."