Testimonialprojekt in Hennigsdorf

Zurück ins Leben

AUCH GANZ SCHÖN: EU investiert in Brandenburg – Jeder profitiert

3,1 Milliarden Euro fließen in der Förderperiode 2007-2013 aus den EU-Fonds in die Zukunft Brandenburgs.

Das Projekt VITA plus mit Sitz in Hennigsdorf setzt sich seit Mitte 2012 für Langzeitarbeitslose ein. Die Laufzeit beträgt 24 Monate und es werden pro Jahr 50 Teilnehmende aus dem gesamten Landkreis Oberhavel begleitet. Gefördert wird das Projekt durch den Europäischen Sozialfonds (ESF), der neben dem ELER (Europäischer Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums) und dem EFRE (Europäischer Fond für regionale Entwicklung) einer der wichtigsten Förderfonds der EU ist.

Fünf erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten für das Projekt VITA plus. Sie wissen worauf es ankommt: Es ist wichtig, den Menschen ihr Selbstvertrauen wieder zu geben und ihre eigenen Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen. Die soziale Teilhabe steht bei VITA plus an erster Stelle. Erst dann geht es um die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.

Möglich wird diese Unterstützung nur durch den Europäischen Sozialfonds (ESF). „Ohne die Fördermittel aus dem ESF würde unser Projekt gar nicht existieren“ erläutert der Projektleiter Bernd Fassauer. In den alten Bundesländern ist die pädagogische Begleitung von Langzeitarbeitslosen schon etabliert. Dank VITA plus erfahren nun auch Arbeitslose in Brandenburg eine solche Unterstützung – ein Gewinn für das ganze Bundesland.

Neben einer breiten Auswahl an Möglichkeiten wird vor allem in Einzelgesprächen auf die individuelle Situation der Menschen eingegangen. „Letztlich geht es darum, welche Anliegen unsere Teilnehmer haben“, bekräftigt Bernd Fassauer.

Jeder Person wird ein Coach zugeordnet, der ihm die ganze Zeit zur Seite steht. Dabei geht es um praktische Anliegen – wie zum Beispiel die Überarbeitung von Bewerbungsunterlagen – vor allem aber um das Sprechen über ganz persönliche Belange. „Für unsere Arbeit ist es wichtig, den Teilnehmern einfach zuzuhören, auch in persönlichen Dingen. Dazu verabreden wir uns einfach mal mittags und gehen zusammen einen Kaffe trinken“ erklärt Bernd Fassauer.

Dass das Leben kein Ponyhof ist, mussten die Teilnehmenden von VITA plus am eigenen Leib erfahren. Den Mitarbeitern des Projektes ist es ein großes Anliegen zu zeigen, wie viel Spaß und Freude das Leben bereit hält. „Für uns geht es nicht primär darum, die Menschen wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern, sondern um die soziale Teilhabe. Wir möchten vermitteln, dass jeder ein gleichwertiges Mitglied unserer Gesellschaft ist und dieselben Rechte geniest“ so Bernd Fassauer. Gemeinsame Ausflüge, bei denen die Erlebnisse geteilt werden können, sind ein wichtiger Teil des Konzeptes.

Bei den Veranstaltungen von VITA plus können sich die Teilnehmenden kennen lernen. Dabei stehen Themen rund um die Gesundheit im Zentrum, es wird aber auch auf besondere Lebenslagen, wie etwa die Pflege von Angehörigen, eingegangen. Hierzu werden einmal im Jahr alle Krankenkassen zu einem Gesundheitstag eingeladen.

Im Gespräch mit einer Projektteilnehmerin wird deutlich, dass bei VITA plus der Mensch im Mittelpunkt steht. Dass sie ihren gelernten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausführen konnte, war ein schwerer Schicksalsschlag für die Köchin. Die darauf folgende Ausbildung konnte sie nicht vor der Arbeitslosigkeit schützen. „Ich habe durch VITA plus wieder Selbstvertrauen gewonnen. Ich sage jetzt wieder, was ich zu sagen habe, denn wenn man sich das nicht traut, verliert man. Auch meine Angst davor, eine Absage zu bekommen ist nicht mehr so groß und ich habe wieder Kraft gewonnen, neue Dinge anzugehen!“