Testimonialprojekt in Paretz bei Potsdam

Ein Dorf erwacht zu neuem Leben

EU investiert in Brandenburg – Jeder profitiert

3,1 Milliarden Euro werden in dieser Förderperiode in die Zukunft Brandenburgs investiert, um die unterschiedlichsten Projekte im Land zu fördern.


Nordwestlich von Potsdam direkt an der Havel liegt das Dorf Paretz. Rund 400 Einwohner leben in diesem Teil Brandenburgs, wo sich Hohenzollern-König Friedrich Wilhelm III. und seine Frau Luise einst einen Sommersitz bauten. Noch heute ist die ehemalige königliche Residenz ein beliebtes Ziel für die Besucher des Dorfes. Die Einwohner Paretz’ hingegen treffen sich rund sechs Minuten Fußweg vom Schloss entfernt in der Paretzer Scheune –für Veranstaltungen und gegenseitigem Austausch. Im Frühjahr 2011 wurde die bisher als Getreidelager genutzte ehemalige Gutsscheune mithilfe von ELER-Mitteln saniert und ausgebaut.

„Für den Sommer ist die Scheune schon restlos ausgebucht“, erzählt Susanne Weber mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Die zuständige Architektin und Mitarbeiterin der Stiftung Paretz war nicht nur am Umbau des Gebäudes beteiligt, sondern ist bei den vielfältigen Veranstaltungen auch selbst mit dabei. Für ihre Mitarbeit am Projekt ist die gebürtige Schwäbin in die Gegend gezogen. Im kommenden August findet wieder der Theatersommer der Scheune statt, wo Weber selbst in Mozarts „Die Hochzeit des Figaros“ zu sehen sein wird. Die Schauspielerei mache ihr Freude, außerdem genieße sie den Kontakt zu den anderen Einwohnern.

Scheunenfeste, Rollschuhpartys, Theateraufführungen, Seminare – das ehemalige Getreidelager bietet seit dem Umbau Raum für vielfältige Veranstaltungsformate. Die Bürger Paretz’ haben am neuen Konzept der Scheune tatkräftig mitgearbeitet. „Es gab insgesamt sechs Bürgergespräche, in denen mit den Einwohnern besprochen wurde, was mit dem Gebäude passieren soll“, erläutert Weber. Von den knapp 400 Einwohnern des Ortes, seien zwischen 50 und 80 Personen zu den Besprechungen gekommen. „Das sind 20% der Paretzer!“, erzählt Weber stolz.

Der Umbau der Scheune hat viel Energie gekostet und auch einiges an Geldern verschlungen. Nach dem Kauf stellte sich heraus, dass Arbeiten am Dachstuhl notwendig seien, da dieser nicht mehr tragfähig war. „Diese unerwartete Nachricht hat unser Budget ganz schön strapaziert. Eigentlich war ja nur ein kleiner Innenausbau geplant.“

Ohne die ELER-Gelder wären die Mehrkosten, die durch den Dachstuhlsanierung entstanden sind, nicht möglich gewesen. „Zum Glück hat uns die Fördermittelstelle auch bei der Beantragung super unterstützt“, erinnert sich die Architektin an komplizierte Tage. Die Mühen haben sich gelohnt: Moderne Glaselemente in Verbindung mit dem alten Holz der Scheune schaffen eine besondere Atmosphäre. Mit der Hilfe der ELER-Gelder ist so aus der alten Gutsscheune ein moderner Treffpunkt für die Bürger und ein Raum für deren Ideen entstanden.