Testimonialprojekt in Burg | Cottbus

Altes Handwerk auf fruchtbarem Boden

EU investiert in Brandenburg – jeder profitiert

Mehr als drei Milliarden Euro aus EU-Fonds konnten und können in der aktuellen Förderperiode in die Zukunft Brandenburgs investiert werden. Neben dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) ist der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) einer der wichtigsten drei EU-Strukturfonds, die in Brandenburg viel bewirken. Der EFRE trägt dazu bei, Brandenburg wettbewerbsfähiger zu machen. Die Fördermittel können – ergänzt um nationale öffentliche und private Eigenmittel – vor Ort für Projekte eingesetzt werden, die das Land voranbringen. Die Entscheidung, welche Projekte förderwürdig sind, wird direkt in Brandenburg getroffen.


Die Spreewald-Mosterei Jank in Burg bei Cottbus wurde 1958 von Friedrich Jank gegründet. Heute wird der Traditionsbetrieb in der dritten Generation von Hans-Joachim Jank und seiner Frau Christina geführt. Die zahlreichen Besucher des ausgebauten Hofs – Burg ist schließlich eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region – können nicht nur die selbst produzierten Spezialitäten im Hofladen erwerben, sondern auch die moderne Mostanlage besichtigen.

Dank einer früheren Förderung aus dem EFRE verfügt die Mosterei über neue Edelstahltanks zur ganzjährigen Lagerung des Mosts und über eine ausreichend große Halle für die abgefüllten Flaschen. Im aktuell geförderten Neubau befinden sich neben den Verkaufsräumen auch zwei Ferienwohnungen und ein Museum, das eine historische Ausstellung zum Mosthandwerk beherbergt.

Mein Mann hat schon immer davon geträumt, die alten Maschinen von seinem Vater und Großvater irgendwo mal unterzubringen“, erzählt Christina Jank. Die anfängliche Hobbysammlung ist heute ein wichtiger Teil des Familienbetriebs. Zu sehen sind teils erworbene, teils selbst entwickelte Hilfsmittel aus dem vergangenen Jahrhundert, sie illustrieren Arbeitsabläufe von der mühevollen Herstellung des Saftes bis zur Mostabfüllung. Damals war das alles noch Handarbeit. „Wenn ich Kindern zeige, wie heutzutage in unserer modernen Mosterei der Apfel gepresst wird und dann in die Ausstellung gehe und zeige, wie das früher gemacht wurde, da sind die schon hell begeistert“, sagt Christina Jank mit einem Schmunzeln.

Neben der Sicherung des alteingesessenen Betriebes ist gerade diese Wissensvermittlung eine der Besonderheiten des Projekts. Und die Faszination des lebendigen Handwerks begeistert offenbar nicht nur Besucher: Ein Sohn der Janks hat inzwischen selbst den Beruf des Fruchtsaft-Technikers erlernt. Nach seiner Ausbildung in Koblenz entschied er sich dafür, in der Nähe seiner Familie zu bleiben, die „von Anfang an“ in Burg verwurzelt ist. „Manche zieht es ja wegen der Arbeit hier weg, die dann nie wiederkommen. Das ist für uns alle schade. Aber wer die Möglichkeit hat, kehrt irgendwann zurück. Der Spreewald an sich ist ja auch einzigartig, das kriegt man nicht gleich wieder.“

Erhalt, Entwicklung und Weitergabe – die Investitionen in den Hof könnten nachhaltiger kaum sein. Die EU-Förderung hat dabei eine Schlüsselrolle gespielt. „Die Idee für den Neubau war da“, rekapituliert Hans-Joachim Jank. „Zuerst haben wir mit dem hiesigen Bauunternehmer gesprochen. Der konnte uns über den Daumen gepeilt sagen, wie viel das kosten würde. Da stand dann eine ganz schöne Summe im Raum, die wir alleine nicht abdecken konnten.“ An diesem Punkt kam der EFRE ins Spiel; ein Bekannter der Janks kannte sich mit den Fördermöglichkeiten aus. „Wir mussten ein Firmenexposé und solche Dinge zuarbeiten. Dann haben wir im April 2008 den Fördermittelantrag gestellt. Die Bewilligung kam im September. Anschließend haben wir die Planung in Auftrag gegeben.“ Christina Jank nickt zustimmend. „Ohne die Unterstützung durch den EU-Fonds wäre vieles nicht entstanden. Nicht nur bei uns, sondern auch in der Nähe, in der ganzen Region.“