Testimonialprojekt in Potsdam

Natur neu entdecken – Qualifizierung in der Umweltbildung

AUCH GANZ SCHÖN: EU investiert in Brandenburg – Jeder profitiert
Mehr als drei Milliarden Euro fließen in der Förderperiode 2007 – 2013 aus den EU-Fonds in die Zukunft Brandenburgs


Neben dem ESF (Europäischer Sozialfonds) und dem EFRE (Europäischer Fond für regionale Entwicklung) ist der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) einer der wichtigsten Förderfonds der EU. So initiierte die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) Brandenburg e.V. aus Potsdam mithilfe des ELERs die Weiterbildungsreihe "Mit Umweltbildung in die Selbstständigkeit – Weiterbildung für Existenzgründer": Teilnehmer werden mit praxisorientierten Seminarmodulen befähigt, eine wirtschaftliche Existenz im Bereich Umweltbildung aufzubauen. Das Angebot richtet sich an alle Brandenburgerinnen und Brandenburger und wirkt so über den Kreis Potsdam hinaus.

Für eine erfolgreiche Naturerfahrung müssen gerade in der heutigen Zeit erst einmal Räume geschaffen werden. „Die Rahmenbedingungen für ein direktes Naturerlebnis sind heute nicht mehr so vorhanden. Die zunehmende Bebauung der Flächen macht es immer schwieriger, ein-fach draußen in der Natur zu sein, “ erläutert Doreen Gierke, Vorstandsmitglied des ANU Brandenburg e.V. So entstand die Idee, eine Weiterbildung zu konzipieren, die sich der Qualifizierung von „Umweltbildnern“ widmet. Wichtig für die Umweltbildner ist es, dass bereits Kinder und Jugendliche für die Erhaltung der Natur und deren Weiterentwicklung sensibilisiert werden. Eine solche Beziehung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt ist die Grundlage eines lebenslangen Verständnisses natürlicher Werte.


„Eine Ausbildung zum Umweltbildner gibt es in dem Sinne nicht, es ist kein klassisches Berufsbild. Es existieren nur verschiedene Qualifizierungen und Zertifikate, um sich Wissen anzueignen“, zeigt Doreen Gierke den konkreten Bedarf an ihrem Projekt auf. In fünf verschiedenen Modulen des Weiterbildungsangebots werden diverse Inhalte vermittelt. Dies trägt zu einer umfangreichen Qualifizierung der Umweltbildner bei: Themen wie Methodik und Didaktik, Marketing, Rhetorik, Kommunikation und Versicherungsschutz werden besprochen. „Bei unserer Fortbildung tummeln sich Pädagogen, Garten- und Landschaftsbildner und viele mehr. Weiterhin spielen die Möglichkeiten der Vernetzung und des gegenseitigen Austauschs eine große Rolle.

Der Kreis der Weiterbildungsteilnehmenden ist vielfältig: Arbeitslose, Studienabsolventen und Existenzgründer, aber auch alte Hasen im Bereich der Umweltbildung werden für die Fortbildungsmodule gewonnen. Die Bilanz fällt dabei durchaus positiv aus: „Viele der ehemaligen Teilnehmer sind in dem Bereich immer noch aktiv, wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen. Einige haben sich selbstständig gemacht. Insgesamt haben alle viel aus der Weiterbildung mitgenommen. Für die Mitarbeiter der Umweltbildungszentren ist das Seminar Anstoß dazu, mit dem Input der Weiterbildung neue Angebote der Umwelterfahrung zu entwickeln“, berichtet Doreen Gierke stolz.


Problemlos verlief der Start des Projektes aber ganz und gar nicht: „Man muss die Kosten ja erstmal irgendwie tragen. Als kleiner Verein können wir das nicht allein – im Rahmen der Bedarfsermittlung bezüglich der Mittel für das Projekt mussten wir außerdem feststellen, dass auch die Interessierten das nicht alleine hätten leisten können“, erläutert Doreen Gierke. Bei der Zuwendungsbehörde wurde das Projekt zunächst als exotischer Vogel aufgenommen. Da sich die Bewilligung an bestimmten Richtlinien orientiert ist, die Überprüfung von außergewöhnlichen Projekten komplizierter und dauert entsprechend länger. Dank der hartnäckigen Überzeugungskraft der Projektinitiatoren und der Unterstützung durch den beteiligten Sachbearbeiter hatte der Förderantrag aber schließlich Erfolg. „Die Weiterbildungsreihe hätte ohne den EU-Förderfonds definitiv nicht stattfinden können!“, erzählt Gierke.