In Brandenburg, da geht was!

Viele Tausend Projekte und Unternehmen profitieren hier von der Förderung durch die EU. Die Mittel aus den EU-Fonds EFRE, ELER und ESF werden direkt im Land investiert. In der laufenden Förderperiode (2014-2020) sind das rund zwei Milliarden Euro.

Ziel der drei Fonds ist es, wirtschaftliche und soziale Unterschiede in der EU anzugleichen, denn nicht alle Regionen sind diesbezüglich gleich stark aufgestellt.

Wir möchten Ihnen zeigen, was die Gelder Leisten und wo sie konkret zu Einsatz kommen. Entdecken Sie den vollen Umfang der geförderten Projekte auf der Landkarte oder klicken Sie sich durch unsere Beispielprojekte.


Aktuelles zur Kampagne #BrandenburgDaGehtWas

Die aktuelle Kampagne #BrandenburgDaGehtWas informiert über die Förderungen in Brandenburg und stellt verschiedene Projekte und Unternehmen im Detail vor, die durch die EU-Fonds gefördert werden.

Weitere Informationen auf der Kampagnen-Website:
http://brandenburg-da-geht-was.de/

Bleiben Sie auf dem Laufenden bei Facebook:
https://www.facebook.com/BrandenburgDaGehtWas/


Was sind die EU-Fonds

Die Europäische Union soll stärker zusammenwachsen. Das geht nur, wenn die Lebensverhältnisse in den einzelnen Regionen sich nicht allzu stark unterscheiden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die EU Entwicklungsfonds eingerichtet, die jede Region von Nordschweden bis zum französischen Überseegebiet La Réunion im Südpazifik nach bestimmten Kriterien fördert. Je schwächer eine Region wirtschaftlich ist, desto höher ist die Förderung. Nicht jeder EU-Fonds ist in jeder Region aktiv. In Brandenburg sind es z.B. nur der Europäische Sozialfonds (ESF), der Europäische Landwirtschaftsfonds (ELER), und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).


ELER

ELER – DER EUROPÄISCHE FONDS FÜR DIE ENTWICKLUNG DES LÄNDLICHEN RAUMES

91% der Fläche der EU sind definiert als „ländlicher Raum“. Hier leben und arbeiten 56% der Menschen. Ob Andalusien oder Ostpolen, die ländlichen Räume der EU haben vielfach mit den gleichen Problemen zu kämpfen. Eine gegenüber den Metropolen geringere Produktivität, die Abwanderung der jüngeren Generation in die Städte, sowie die Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung.

Den meisten ist gar nicht bewusst, dass unsere Gesellschaft den ländlichen Raum braucht: Hier werden unsere Nahrungsmittel produziert und unser Trinkwasser bereitgestellt. Außerdem haben ländliche Räume einen hohen Freizeit- und Erholungswert – gerade für Städter.

Wenn also die ländlichen Räume als wichtige Lebensgrundlage der ganzen Gesellschaft erhalten bleiben sollen, brauchen sie finanzielle und strukturelle Unterstützung – als Hilfe zur Selbsthilfe, um gute Lebensbedingungen vor Ort zu erhalten bzw. aufzubauen, Arbeitsplätze zu schaffen und unsere vielfältige Natur zu bewahren.

Die Förderung der ländlichen Räume durch gezielte Programme ist daher eine Investition in die Zukunft unserer gesamten Gesellschaft.

Innerhalb des von der EU vorgegebenen Rahmens entscheiden die einzelnen ländlichen Regionen weitgehend selbst, was die Vergabe der Fördermittel betrifft. Für Brandenburg ist das Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft die dafür verantwortliche Behörde.

Ein Betrieb, der die Förderrichtlinien perfekt erfüllt, ist die MURI GmbH im Biospärenreservat Spreewald, südöstlich von Berlin. Auf 1200 Hektar, die zu 1/5 aus Ackerland und zu 4/5 aus Grünland bestehen, leben ca. 1000 Rinder, hauptsächlich Mutterkühe und Kälber, jedoch auch 16 Bullen.

Die Bewirtschaftung erfolgt im Einklang mit den Erfordernissen der lokalen Artenvielfalt und bietet vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten eine ökologische Nische. So garantiert z.B. der Verzicht auf eine mechanische Grünlandpflege nach dem 1. April, dass sich Bodenbrüter wie der Kiebitz ungestört vermehren können.

Weitere Infos zu diesem Projekt gibt es hier und hier.

Hier geht’s zur Website des ELER.

ESF

ESF – DER EUROPÄISCHE SOZIALFONDS

Es gibt viele Politikbereiche, die man im weiteren Sinne als „sozial“ bezeichnen könnte. Etwa Rente, Wohnungsbau, oder sogar Umweltschutz. Daher ist die Frage berechtigt, wofür das „sozial“ in Sozialfonds eigentlich genau steht. Allgemein kann man sagen: das Ziel des ESF ist die Besserstellung benachteiligter Bevölkerungsgruppen am Arbeitsmarkt.

Besserstellung bedeutet vor allen Dingen erst einmal Bildung und Qualifizierung, sowohl berufsbegleitend als auch vorbereitend auf den Arbeitsmarkt. Doch es gibt noch viele andere Möglichkeiten, benachteiligte Gruppen am Arbeitsmarkt besserzustellen. Hilfe für kleine Betriebe bei der Bewältigung des demographischen Wandels etwa, oder Programme zur Gleichstellung von Männern und Frauen.

Der ESF fördert Maßnahmen immer dann, wenn sie nachhaltig ausgelegt sind, d.h. dass ihr Effekt nicht mit dem Ende des Programms erlischt. Idealerweise setzt eine geförderte Maßnahme einen sich selbst verstärkenden Prozess in Gang, der die Situation von benachteiligten Gruppen verbessert. Dies ist auch der Grund, warum die Genehmigung von Maßnahmen teilweise länger dauert. Denn es muss überprüft werden, ob ein nachhaltiger Effekt gegeben, oder zumindest wahrscheinlich ist.

Der zu 100% vom europäischen Sozialfonds finanzierte Lotsendienst leistet wertvolle Hilfe bei der Integration von Langzeitarbeitslosen und von Arbeitslosigkeit bedrohten in den Arbeitsmarkt. Hier wird Know-how zur Existenzgründung gebündelt und potentiellen Unternehmern kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dazu müssen die Bewerber ein Auswahlverfahren durchlaufen, dass die Gründungsideen auf Wirtschaftlichkeit und vorhandene Marktchancen überprüft.

Ist die Förderung genehmigt, unterstützt ein Netzwerk von Coaches und Beratern in einem durchchoreographierten Prozess Gründungswillige bei der Bewertung von Geschäftsideen, der Aufstellung eines Businessplans sowie bei der Vermittlung von kaufmännischen Kenntnissen, Steuerfragen und betrieblichem Rechnungswesen. Etwa 60% der Bewerber erhalten eine dementsprechende Förderung.

Weitere Infos erhaltet ihr hier und hier.

Hier geht’s zur Seite des ESF.

EFRE

EFRE – DER EUROPÄISCHE FONDS FÜR REGIONALE ENTWICKLUNG

Der EFRE überschneidet sich in seiner Zielsetzung in gewisser Weise mit dem ELER. Sein Ziel ist ebenfalls die Angleichung der Lebensverhältnissen innerhalb Europas. Er konzentriert sich jedoch nicht auf die Unterschiede zwischen Stadt und Land, sondern auf die Unterschiede der Regionen zu einander. Bei der Vergabe der Mittel spielt es daher keine Rolle, ob die Regionen nun ländlich oder städtisch sind. Entscheidend ist beim EFRE nur die Wirtschaftskraft pro Einwohner. Je schwächer eine Region ist, desto mehr Förderung erhält sie.

Anders als der Sozialfonds fördert der Regionalfonds keine Menschen direkt, sondern überwiegend Körperschaften wie Unternehmen oder Forschungseinrichtungen. Größter Etatposten ist die technologische Innovation in Brandenburg. Innovation bedeutet jedoch nicht etwa Grundlagenforschung im Elfenbeinturm, sondern konkret die Umsetzung von Forschungsergebnissen in marktreife Produkte. Hierfür müssen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zusammengebracht werden. Das geschieht entweder lokal, durch Ansiedlungen in Technologieclustern oder über dezentrale Netzwerke zum Wissenstransfer.

Sämtliche Projekte werden jedoch auch beurteilt und gefördert im Hinblick darauf, wie gut sie übergeordneten EU-Strategien Rechnung tragen. Ein Beispiel für eine übergeordnete EU-Strategie ist die Reduktion des CO2-Ausstoßes. Projekte, die diesem Ziel zuträglich sind, ob direkt oder indirekt, werden deshalb stärker gefördert.

Ein Beispiel für die Förderungen des EFRE ist die Kinematics GmbH. Das Brandenburger Startup hat mit der Erfindung der Tinkerbots einen großen Hit auf dem Spielzeugmarkt gelandet. Tinkerbots sind ausgestattet mit Elektromotoren, Bewegungssensoren, Gelenkarmen und Räderwerk. Das Kinderzimmer wird so zu einer kybernetischen Spielwiese – auch die Steuerung der selbst konstruierten Roboter durch eine Smartphone-App über Bluetooth ist möglich.

Weitere Infos zu diesem Projekt findet ihr hier und hier.

Hier geht’s zur Website des EFRE.